31.10.2009 – Europäischer Aktionstag gegen finanzielle Ausgrenzung

Mindestens 20 Millionen Menschen in der EU sind überschuldet. "Mit zunehmender Arbeitslosigkeit wird ihre Zahl in den nächsten Monaten deutlich ansteigen", erklärt Hans Grohs, Präsident des European Consumer Debt Networks ecdn, eines Zusammenschlusses von mehr als 40 Schuldenberatungsorganisationen, Konsumentenschutzagenturen und WissenschafterInnen in 20 europäischen Ländern. "Investitionen zur Vermeidung und Bekämpfung von Überschuldung sind in den vielen Millionen, die für die Bewältigung der Krise bislang ausgegeben wurden, nicht inkludiert. Zwar können Maßnahmen, die Unternehmen Zugang zu Finanzmitteln und bürokratische Erleichterung geschaffen und damit zahlreiche Arbeitsplätze gesichert haben, auch als Mittel gegen Überschuldung gesehen werden, für die wirksame Bewältigung von Schuldenproblemen ist jedoch weit mehr notwendig."

Bereits im Vorjahr hatte das ecdn den 31. Oktober zum Aktionstag gegen finanzielle Ausgrenzung erklärt. "Dieses Jahr werden wir den europäischen Regierungschefs, der EU-Kommission und den Mitgliedern des Europäischen Parlaments einen Brief senden, um sie daran zu erinnern, dass es in vielen Ländern noch stets an Schuldenregulierungsverfahren, Schuldenberatungseinrichtungen und Maßnahmen für eine verantwortliche Kreditvergabe und Zugang zu Basis-Bankdienstleistungen fehlt und dass ein koordiniertes Vorgehen auf EU-Ebene notwendig ist, um diese Probleme zu lösen", so Grohs. Die im Brief enthaltene Liste an Empfehlungen zur Bekämpfung finanzieller Ausgrenzung umfasst die Einführung und Verbesserung von Schuldenregulierungsverfahren und Schuldenberatungseinrichtungen, den garantierten Zugang zu adäquaten Finanzdienstleistungen, einem Recht auf ein Girokonto, Richtlinien für verantwortliche Kreditvergabe sowie Investitionen in finanzielle Allgemeinbildung, in die Verbesserung der Datenerhebung zu Überschuldung und in einen kontinuierlichen strukturierten Dialog aller Akteure.

Weitere Informationen: Michaela Moser, Tel. +43-676-544 26 46 office(at)ecdn.eu - www.ecdn.eu

Ansprechpartner im SFZ: Werner Sanio