Informationen zu den Folgen der Corona-Pandemie

Stand: 14.10.2022

Liebe Beraterinnen und Berater,

die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Probleme haben dazu geführt, dass in kürzester Zeit verschiedene Gesetzesänderung umgesetzt wurden, die natürlich auch die Schuldnerberatung betreffen. Mit den unten stehenden Informationen wollen wir ein Überblick zu den Veränderungen geben. Bitte beachten Sie, dass wir immer versuchen, die Informationen auf dem aktuellen Stand zu halten. Sollte Ihnen zu aktualisierende Punkte auffallen oder sie Informationen vermissen, können Sie uns diese gerne per Mail an sfz@uni-mainz.de mitteilen.

Hinweis: Diese Regelungen wurden vorläufig für die genannten Zeiträume beschlossen. Eine etwaige Verlängerung wurde bei Bedarf vorgesehen.

Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund!

SGB II/ SGB XII – Arbeitslosengeld II und Grundsicherung:

  • Pandemiebedingte wurde der Zugang zur Grundsicherung mit den Sozialschutzpaketen für den Zeitraum vom 01.04.2022 bis zum 31.12.2022 erleichtert
  • Dies bedeutet, dass bei Personen, die einen Antrag auf SGB II-Leistungen in diesem Zeitraum stellen:
  • Weitestgehend auf die Vermögensprüfung verzichtet wird
  • Tatsächliche Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, ohne Prüfung, ob diese angemessen sind, übernommen werden
  • Nähere Informationen finden Sie hier:

https://www.bmas.de/DE/Corona/Fragen-und-Antworten/Fragen-und-Antworten-Zugang-SGB2/faq-zugang-sgb2.html

SGB III - Erleichtertes Kurzarbeitergeld

  • Gemäß der Verordnung zur Änderung der Kurzarbeitergeldverordnung, bleibt der im Zuge der Corona-Pandemie vereinfachte Zugang zum Kurzarbeitergeld bis zum 31.12.2022 bestehen
  • Bis zum 31.12.2022 gilt:
  • es reicht aus, dass zehn Prozent der Beschäftigten vom Verdienstausfall betroffen sind
  • Beschäftigte müssen für den Erhalt von Kurzarbeitergeld keine Minusstunden aufbauen
  • Nach der Verordnung über die Öffnung des Kurzarbeitergeldbezugs für Leiharbeitnehmer und Leiharbeitnehmerinnen, können auch Leiharbeitnehmer*innen für den befristeten Zeitraum vom 01.10.2022 bis zum 31.12.2022 Kurzarbeitergeld erhalten

→ https://www.bmas.de/DE/Corona/erleichtertes-kurzarbeitergeld.html#docac1889d9-c87e-4f42-994e-db703a1645dbbodyText2

Kurzarbeitergeld: Weiterhin erleichterter Zugang | Bundesregierung

Kinderbonus:

  • Einmalzahlung für das Jahr 2022 in Höhe von 100 Euro (infolge der steigenden Energiekosten)

→ https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/entlastungspaket-zwei-2028052

Ansprechpartner für finanzielle Hilfen:

  • Das erste Urteil zur Unpfändbarkeit der Corona Soforthilfen wurde vom LG Köln gefällt, danach sind die Corona-Soforthilfen unpfändbar → https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lg-koeln-39t5720-corna-soforthilfe-pfaendung-zwangsvollstreckung-steuerberater-honorar-pfaendungsschutzkonto/
  • Keine Nachteile beim BAföG wegen Corona
    Die Zeiten pandemiebedingter Beschränkungen des Unterrichts-/Lehrangebots werden
    behandelt wie unterrichtsfreie bzw. vorlesungsfreie Zeiten im Sinne von § 15 Absatz 2
    BAföG; Studienanfängerinnen und -anfänger, die zum Sommersemester 2020 ihre
    geplante Ausbildung nicht aufnehmen können, erhalten ihre Leistungen wie
    vorgesehen bereits ab dem Zeitpunkt, an dem die Vorlesungen jeweils regulär
    beginnen sollten. Die gleiche pragmatische Handhabung gilt auch bei der Förderung von Ausbildungen
    im Ausland, und zwar sowohl für Auszubildende, die sich bereits im Ausland
    aufhalten, wenn dort Präsenzunterrichts- oder -lehrangebote pandemiebedingt
    eingestellt werden, als auch wenn die Ausbildung im Ausland wegen
    Einreisebeschränkungen nicht rechtzeitig aufgenommen werden kann. → https://www.xn--bafg-7qa.de/keine-nachteile-beim-bafoeg-wegen-corona-756.php
  • EnBW setzt die Strom- und Gassperren temporär aus → https://www.enbw.com/blog/corona-update/newsticker-das-machen-wir-fuer-unsere-kunden/#wir-sperren-keine-strom-und-gaskunden
  • Verdienstausfall von Eltern:
    • Wenn Schulen und Kitas infektionsbedingt geschlossen bleiben trägt der Staat 67 % des Nettoverdienstausfalls der Eltern, maximal 2016 Euro im Monat und für maximal sechs Wochen
    • Regelung gilt bis Ende des Jahres 2020
    • Voraussetzung: Erfasst alle Kinder bis zum 12. Lebensjahr und eine zumutbare Betreuungsmöglichkeit darf nicht gegeben sein

https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Informationen-Corona/entschaedigungsanspruch.html

Sie finden im Folgenden Anregungen zur Online- und Teleberatung für Ihre Arbeit während der Corona-Pandemie.

In den Handlungsempfehlungen zur kurzfristigen Umsetzung von Onlineberatung vor dem Hintergrund der Corona-Krise“ des Instituts für E-Beratung der TH Nürnberg finden Sie eine Übersicht zu technisch-organisatorischen Maßnahmen zum Schutz der Vertraulichkeit und den fachlichen-methodischen Anforderungen internetbasierter Beratung.

Stefan Kühne und Gerhard Hintenberger geben einen Überblick zu Onlineberatung und -therapie in Zeiten der Krise und zeigen Möglichkeiten und Besonderheiten von Onlineberatung und -therapie auf. „In Zeiten der Corona-Krise (Covid-19) und der damit verbundenen Notwendigkeit der physischen Distanz sind Berater*innen aufgefordert, andere Wege des Kontakts mit Ratsuchenden und Klient*innen zu nutzen. Die Erkenntnisse aus mehr als 20 Jahren Onlineberatung sind für den Aufbau neuer Angebote mit digitalen Medien dabei eine wichtige Grundlage.“

Der ehemalige Mitarbeiter im SFZ Dr. Wenzel hat gemeinsam mit Emily Engelhardt unter dem Titel „Onlineberatung in Zeiten der Corona Krise“ neben ebenfalls fachlichen und technischen Informationen zur Onlineberatung auch Hinweise zu Qualifizierungsangeboten zusammengestellt. Beide haben gemeinsam mit Stephanie Jaschke auch eine Handreichung zum Thema „Krisenberatung am Telefon und per Video in Zeiten von Corona herausgegeben. Diese „richtet sich an Berater*innen, die während der akuten Ansteckungsgefahr in der Corona-Krise 2020 kaum noch Face-to-Face beraten können und übergangslos von Face-to-Face-Beratung zu Telefon-und/oder Videoberatung wechseln müssen. Besonderheiten der beiden letztgenannten Settings werden aufgezeigt. Dabei wird die herausfordernde Situation der Beratenden und der Klient*innen während der Krisenzeit aufgegriffen und angeregt, Selbstfürsorge zu betreiben sowie ressourcenorientiert mit den Herausforderungen umzugehen. Ein Schwerpunkt liegt auf Krisenintervention sowie dem Umgang mit suizidalen Krisen in der Telefon-und Videoberatung.“ (aus der Zusammenfassung ebd.) In diesem Zuge sei weiterführend auf den Beitrag „Mythos Unmittelbarkeit im Face-to-Face-Kontakt -Weiterentwicklung von Beratung und Therapie durch gezielte methodische Nutzung der Medien“ von Joachim Wenzel verwiesen, in dem Möglichkeiten der Ergänzung der Face-to-Face Beratung durch gezielte methodische Nutzung von neuen Medien besprochen wird.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat auf seiner Internetseite ein FAQ zur Frage Wir müssen unsere Beratung nun online anbieten. Was gibt es für Hinweise und Vorschläge?“eingerichtet.

Darüber hinaus gehend diskutieren Pascal Bastian, Mark Schrödter und Brain Taylor Veränderungen Sozialer Arbeit in der Digitalisierung am Beispiel des Einflusses von Big Data Analytics in der Risikodiagnostik. Sophie Anna Wex bespricht in einem Beitrag, wie die Einbindung digitaler Angebote in die normale Face-to-Face Beratung in der Schuldnerberatung gelingen könnte.

Mit dem Gesetz zur weiteren Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens wird überschuldeten Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern ein schnellerer Neuanfang ermöglicht. Betroffenen soll somit ein schnellerer Neustart ins Wirtschaftsleben ermöglicht werden. Das Gesetz tritt am 1. Januar 2021 in Kraft.

Gesetz zur Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens im Überblick:

  • Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens auf drei Jahre
  • gilt für Verbraucher*innen und selbstständig unternehmerisch tätige Personen
  • gilt nur für Anträge, welche ab dem 1.Oktober beantragt wurden
  • nach drei Jahren nicht mehr erforderlich, dass die Schuldner*innen ihre Verbindlichkeiten in einer bestimmten Höhe tilgen
  • bei Insolvenzverfahren, die im Zeitraum vom 17. Dezember 2019 bis einschließlich 30. September 2020 beantragt wurden, wird das derzeit sechsjährige Verfahren monatsweise verkürzt

→ https://www.bmjv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/123020_Insolvenz.html