Diplomarbeit: Schuldnerberatung für GlücksspielerInnen

Diplomarbeit von Christina Eich, EFH Darmstadt:

Schuldnerberatung für GlücksspielerInnen - Soziale Arbeit im Spannungsfeld von Sucht, Schulden und Neuanfang. Eine reflexive Bestandsaufnahme.

Sie können die Diplomarbeit als PDF-Dokument bei der Autorin Christina Eich erhalten: christina.eich@cv-offenbach.de

Zusammenfassung

Der gesamte „Glücksspielmarkt” hat sich inzwischen zu einem profitablen, immer weiter expandierenden Wirtschaftszweig entwickelt. Eine Auswirkung dieser Entwicklung ist die stetig steigende Zahl von Menschen, deren Spielverhalten heute als pathologisch bezeichnet wird. Glücksspielsucht kann vielfältige Folgen für Betroffene, ihr soziales Umfeld und die Gesellschaft haben. Finanzielle Probleme bis hin zur Überschuldung sind keine Seltenheit. Ausgehend von der These, dass Schuldnerberatung neben anderen ambulanten und stationären Hilfsangeboten einen zentralen Beitrag zur Erreichung und Stabilisierung eines Lebensstils leisten kann, der nicht von Glücksspielsucht und Überschuldung bestimmt wird, ist die vorliegende Diplomarbeit weniger als rein theoretische Abhandlung, sondern vielmehr als reflektierende Bestandsaufnahme und Situationsanalyse mit Praxisbezug zu verstehen.

Einleitend stellt die Verfasserin relevante Zusammenhänge zum Themenkomplex Glücksspiel(-sucht) her. Es folgt eine Analyse des Glücksspielmarktes, des Spielverhaltens der deutschen Bevölkerung, der Nutzung von ambulanten und stationären Hilfsangeboten durch Glücksspieler sowie der Schuldensituation dieser Klientel. Dem schließen sich Ausführungen zur Schuldnerberatung als Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit an, wovon Bedeutung und Chancen der integrierten Schuldnerberatung für Menschen mit Glücksspielsuchtproblematik abgeleitet werden; gefolgt von Erläuterungen zu weiteren ausgewählten Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Anschließend liegt der Fokus auf rechtlichen Rahmenbedingungen für Glücks- und Automatenspiele mit Gewinnmöglichkeit und einer kritischen Betrachtung der tatsächlicher Wirksamkeit sowie deren Bedeutung für die Entwicklung neuer ambulanter Hilfsangebote speziell für Glücksspielsüchtige und deren Angehörige in Form des Bundesmodellprojekts „Frühe Intervention beim Pathologischen Glücksspiel” und den entsprechenden Landesprogrammen. Je ein konkretes stationäres und ambulantes Angebot, deren Arbeitsschwerpunkt die Geld- und Schuldenproblematik von Glücksspielsüchtigen ist, werden vorgestellt und durch Erfahrungen von Praktikern der jeweiligen Institutionen vertieft. Basierend darauf entwickelt die Verfasserin eigene Schlussfolgerungen und Perspektiven und nimmt die Rechtslage in der BRD sowie die Hilfsangebote hinsichtlich Spezialisierung, Vernetzung und Nachsorge in den Blick, um den Fragen nachzugehen, inwiefern in diesen Bereichen bereits Erfolge erkennbar sind bzw. an welchen Stellen noch Verbesserungspotenziale bestehen. Den Abschluss bildet eine Zukunftsperspektive auf die Schuldnerberatung als integrierter Bestandteil der Suchthilfe und Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit für überschuldete Glücksspielsüchtige mit konkreten Ideen zur Angebotsausgestaltung und -optimierung.