Konto für Jedermann

Das Recht auf ein Basiskonto für alle

Das Bankkonto gehört heute zu den wesentlichen Bestandteilen einer modernen Gesellschaft. Durch die Rückläufigkeit von Bargeld, wird die volle Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben über ein Bankkonto gewährleistet. Dennoch haben schätzungsweise 58 Mio. EU-Bürger kein eigenes Konto und damit keinen Zugang zu den elementaren Finanzdienstleistungen unserer Gesellschaft. Das liegt einerseits an der finanziellen Situation der Menschen ohne Konten und andererseits an der Bankenstruktur.

Zur Gewährleistung eines Kontos für jeden EU-Bürger stellten die EU_Kommissionäre Tonio Borg und Michel Barnier am 8. Mai 2013 in Brüssel ein umfangreiches Maßnahmepaket vor. Die Maßnahmen beinhalten die Richtlinien über die Transparenz und die Vergleichbarkeit von Zahlungskontogebühren, den Wechsel von Zahlungskonten und den Zugang zu einem Basiskonto. Damit soll jedem EU-Bürger ein Basiskonto mit grundlegenden Zahlungsfunktionen wie Lastschriften, Überweisungen und Online-Banking gewährt werden. Allerdings sieht das Basiskonto keinen Dispositionskredit für Kontoinhaber vor. Die Richtlinien stehen vor allem für eine Stärkung der Rechte von Bankkunden sowie eine Steigerung des Wettbewerbes um ein kundenfreundlicheres Bankwesen.

Die Vorschläge der EU_kommission betreffen besonders folgende Aspekte:
•Zugang zu einem Basis- bzw. Zahlungskonto
•Vergleichbarkeit bzw. Transparenz der Kontogebühren und -termini
•Wechsel des Zahlungskontos
•Bestellte Zahlungsdienstleister

Transparente, besser vergleichbare Kontogebühren und ein vereinfachter Kontowechsel sollen im Zusammenspiel dazu führen, dass die Verbraucher ein breiter gefächertes und kostengünstigeres Angebot von den Geldinstituten erhalten.

Doch auch die Finanzdienstleistungsbranche soll von den neuen Richtlinien, durch die höhere Mobilität von Kunden und den niedrigen Marktzutrittsschranken profitieren.