Qualitätsstandards für Beratungsausbildungen

Die Deutsche Gesellschaft für Beratung (DGfB) hat Mindestanforderungen für Beratungsausbildungen verabschiedet. Diese Qualitätsstandards sind nun als PDF im Internet veröffentlicht.

In der Pressemeldung zu diesen Standards, die Ende Oktober 2009 verabschiedet wurden, heißt es: "Wer andere Menschen beraten will, übernimmt eine besondere Verantwortung und braucht daher eine fundierte Ausbildung." Die Pressemitteilung im Wortlaut: Meldung vom 10.11.2009 (PDF)

Die Weiterbildungsstandards basieren auf einer fachlichen Erhebung bereits etablierter Qualitätskriterien professioneller Beratungsausbildungen. Darin enthalten sind Standards einzelner Verbände, die bereits vor Jahren erarbeitet, in der Praxis erprobt und weiterentwickelt wurden. Die Erhebung wurde in einer Synopse zusammengefasst:

Synopse (2008): "Auf dem Weg zu professioneller Beratung" (PDF)

Die neuen Standards stellen einen Meta-Standard dar, der auf unterschiedlichste Beratungsbereiche Anwendung findet. Ausbildungen, die darauf basieren, enthalten vier Qualifikationsbereiche:

a) Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterfahrung der Berater/innen
b) Theorie und Methodenlehre
c) Praxis: Eigene Beratungsprozesse (mit direktem Klientenkontakt)
d) Praxisreflexion in Form von Weiterbildungssupervision

In den Weiterbildungsstandards werden entsprechend folgende Qualitätsdimensionen erfasst: formale Zugangsvoraussetzungen, persönliche Eignung, Inhalte und Struktur der Weiterbildungen. Konkret heißt das: Persönlichkeitsbildung, Selbsterfahrung, Methodik der Beratung, Problemanalyse in der Beratung, Rahmenbedingungen in der Beratung, Evaluation der Beratungsprozesse und Reflexion der Beratungspraxis.

Weiterbildungsstandards (2009) für Berater/innen (PDF)

Hintergrund

Die Deutsche Gesellschaft für Beratung (DGfB) hat sich als gemeinnützige Dachorganisation von heute 31 Verbänden zur Aufgabe gemacht, der Fachöffentlichkeit, der Politik und dem Verbraucher einen Orientierungsrahmen für die Qualität von Beratungsleistungen zu bieten. In den Mitgliedsorganisationen der DGfB sind mehr als 30.000 Berater/innen vertreten. Sie stehen auf der gemeinsamen Plattform ihres „Beratungsverständnisses” aus dem Jahr 2003.

Aktuelles Beratungsverständnis (2003) der DGfB (PDF)

Konsequenzen für die Schulder- und Insolvenzberatung

Gerade mit Blick auf den Austausch europaweiter Dienstleistungen wird es notwendig, einheitliche, transparente und verbindliche Qualitätsstandards zu etablieren. Die Umsetzung von Artikel 26 (Maßnahmen zur Qualitätssicherung) der EU-Dienstleistungsrichtlinie wird bewirken, dass allgemein anerkannte Qualitätsstandards im Bereich der institutionellen Beratung von grundlegender Bedeutung werden: "(1) Die Mitgliedstaaten ergreifen in Zusammenarbeit mit der Kommission begleitende Maßnahmen, um die Dienstleistungserbringer dazu anzuhalten, freiwillig die Qualität der Dienstleistungen zu sichern".