Untersuchung zur Wirksamkeit von Schuldnerberatung in Deutschland

Im 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammengefasst dargestellt (S. 183):

"II.3.4 Stärkung der Schuldnerberatungsstellen
[...] Eine Studie zur Wirksamkeit von Schuldnerberatung in Deutschland belegt, dass sich nach durchschnittlich acht Monaten Beratung die Arbeitssituation der 1021 befragten Personen deutlich verbesserte:

  • Der Anteil an Klienten mit sicherem Arbeitsplatz stieg um 39%.
  • Die Zahl der nichtberufstätigen Klienten/Klientinnen verringerte sich um 10,8%.
  • Das aus Lohn und Gehalt erzielte Einkommen der Befragten stieg während der achtmonatigen Beratung um 8,3%.
  • Der Anteil unter den nichtberufstätigen Klienten/Klientinnen, für die die Schuldensituation ein Vermittlungshemmnis darstellt, verringerte sich um etwa 40%.
  • Die staatlichen und kommunalen Leistungen für die 1021 Klienten/Klientinnen der Stichprobe (Arbeitslosengeld, Grundsicherung für Arbeitsuchende, Wohngeld, Sozialhilfe) verringerten sich bezogen auf das gesamte Jahr um ca. 380.000 Euro.
  • Bei den Klienten, die nicht das Verbraucherinsolvenzverfahren angestrebt haben (durchschnittliche Schuldenhöhe dieser Teilstichprobe zu Beginn der Beratung: knapp 17.000 Euro), ist die Schuldenhöhe nach achtmonatiger Beratung um 33% gesunken.

Auch im psychosozialen Bereich zeigt sich, dass sich nach acht Monaten nicht nur die subjektive körperliche Verfassung der Klienten/Klientinnen, sondern auch ihre familiäre Situation verbesserte. Auch gewinnen die Klienten/Klientinnen durch die Schuldnerberatung eine positivere Lebenseinstellung."

Die vollständige Studie finden Sie in der Materialiensammlung des BMFSFJ zum 3. Armuts- und Reichtumsbericht Lebenslagen von Familien und Kindern - Überschuldung privater Haushalte (S. 6-32)