VZ-NRW: "Unseriöses Inkasso ist eine bedrohliche Plage"

Kostenfallen im Internet, unlautere Telefonwerbung, Willkür und Phantasiegebühren - diese Stichworte kennzeichnen eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zu unseriösen Inkassopraktiken. In 99% der 4000 untersuchten Fälle von Verbraucherbeschwerden seien die Beschwerden über unseriöse Inkassopraktiken berechtigt gewesen.

Der vzbv (Bundesverband der Verbraucherzentralen) und die Verbraucherzentralen fordern daher:

"Gefordert ist jetzt das zuständige Bundesjustizministerium, unlautere Inkassopraktiken in die Schranken zu weisen. Konkret fordern der vzbv und die Verbraucherzentralen:

  • die gesetzliche Verankerung von Informationspflichten für Inkassodienstleister,
  • die angemessene Deckelung der Gebührensätze für Inkassodienstleistungen in Anlehnung an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG),
  • die rechtliche Festschreibung der Verhältnismäßigkeit zwischen Haupt- und Nebenforderung (analog zu Österreich),
  • die Verhinderung von Phantasiegebühren und -zinsen durch klare Kostenvorgaben,
  • eine schlagkräftige Aufsicht mit lediglich einer zuständigen Aufsichtsbehörde pro Bundesland,
  • ein effektives Sanktionsregime, das von gestaffelten Geldbußen bis hin zum Entzug der Zulassung reicht."

Aus: Unseriöses Inkasso ist eine bedrohliche Plage Untersuchung der Verbraucherzentralen offenbart Inkasso-Abzocke - Probleme sind hausgemacht